Das Verbundprojekt lädt Sie herzlich zur „Rethinking Liberalism“ Konferenz in Berlin ein.

„Rethinking Liberalism“-Konferenz 2026 

Demokratischer und autoritärer Kapitalismus im Wettstreit

ZEIT Dienstag, 03. November 2026, 10:00 – 18:00 Uhr
ORT Reinhardtstraßenhöfe, Reinhardtstraße 14, 10117 Berlin
MIT u.a. mit Leszek Balcerowicz (Keynote), Lars P. Feld, Mart Laar, Ralph Brinkhaus, Katharina Beck, Ralf Fücks, Sabine Döring, Karolina Wigura und vielen mehr!

In den 1990er Jahren, im Geiste von Fukuyamas „Ende der Geschichte“, herrschte die weit verbreitete Auffassung, dass liberale Demokratie und Marktwirtschaft untrennbar miteinander verbunden sind. Der Zusammenbruch des Kommunismus und der Triumph des Kapitalismus wurden als Bestätigung für den weltweiten Siegeszug der Synthese von Marktwirtschaft und liberaler Demokratie gesehen. Heute ist jedoch klar, dass die Verbindung zwischen Kapitalismus und Demokratie nicht so eindeutig ist wie damals angenommen.

Zwar gilt weiterhin, dass liberale Demokratien durchweg auch marktwirtschaftlich verfasst sind. Das gilt allerdings nicht umgekehrt: Längst nicht alle kapitalistischen Volkswirtschaften sind Demokratien. China, Russland und andere stehen für verschiedene Varianten einer Kombination von Kapitalismus und Autoritarismus. Dass China autoritäre Kontrolle mit einer dynamischen Ökonomie verknüpft und mittlerweile ganz vorn im Innovationswettlauf mitmischt, war im liberalen Skript nicht vorgesehen. In westlichen Demokratien sehen viele den wachsenden Einfluss großer Tech-Konzerne auf die gesellschaftliche Entwicklung und die politische Öffentlichkeit als Gefahr für die Demokratie, zumal einflussreiche IT- und Medienmogule eine ausgeprägte politische Agenda verfolgen.

Die Konferenz wird sich auf das Spannungsverhältnis von Kapitalismus und Demokratie im Kontext wachsender Ungleichheiten in vielen westlichen Ländern, des Aufstiegs machtvoller Big-Tech-Unternehmen, des prägenden Einflusses digitaler Technologien auf das politische und gesellschaftliche Leben sowie der Herausforderungen durch autoritär-kapitalistische Systeme konzentrieren.
Die vom Projektverbund „Vordenker der liberalen Moderne“ vorbereiteten Sammelbände bieten die Möglichkeit, klassische Texte aus der Perspektive aktueller Entwicklungen zu diskutieren. Wir fragen sowohl nach Lehren aus der Vergangenheit wie nach innovativen Reformen, die zu einer produktiven Konvergenz von Marktwirtschaft und Demokratie beitragen können.

Diskussionsfragen:

  • In welchem Verhältnis stehen kapitalistische Wirtschaftsform und Demokratie? Benötigt ein freier Markt die Demokratie oder die Demokratie den freien Markt? Sind politische und ökonomische Freiheit komplementär oder bilden sie ein Spannungsfeld?

  • Wie sollte die Marktwirtschaft reformiert werden, um die Demokratie zu stärken statt sie zu untergraben? Welche Reformen können einen inklusiven und nachhaltigen Kapitalismus fördern?

  • Welche Herausforderung stellen Tech- und Social-Media-Konzerne für die Demokratie dar, insbesondere mit Blick auf die Filterung von Informationen und die Prägung der öffentlichen Meinung?

  • Welche Rolle für den Staat? Wie verändert sich das Verhältnis von Markt und Staat im Zeitalter globaler Krisen und Konflikte? Wie können liberale Demokratien auf die strategische Industriepolitik autoritärer Regimes antworten?


Programm: 
„Rethinking Liberalism“-Konferenz 2026   

Demokratischer und autoritärer Kapitalismus im Wettstreit

 Stand 01.10.

Konferenzsprachen: Deutsch / Englisch (Simultanübersetzung)    

10:10 – 10:20  | Eröffnung     

Ralf Fücks, Gründer und geschäftsführender Gesellschafter des Zentrum Liberale Moderne  

10:20 – 10:40  | Keynote  

Leszek Balcerowicz, Finanzminister und Präsident der Nationalbank Polens a. D.
 

10:40 – 11:40  | 1. Podium: Kapitalismus und / oder Demokratie?  

Leszek Balcerowicz, Finanzminister und Präsident der Nationalbank Polens a. D. 

Lars P. Feld, Direktor des Walter Eucken Instituts, Professor für Wirtschaftspolitik und Ordnungsökonomik an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg  

Ralf Fücks, Gründer und geschäftsführender Gesellschafter des Zentrum Liberale Moderne   

Ursula Weidenfeld, Wirtschaftsjournalistin und Autorin 

Moderation: Cordula Tutt, WirtschaftsWoche  

 11:45 – 12:45  | Vorstellung der Buchprojekte der Schriftenreihe 

12:45 – 13:45     | Mittagspause

13:45  – 14:45   | Streitgespräch: Neoliberalismus als Kampfbegriff? Welcher Neoliberalismus ist gemeint?   

Sabine Döring, Staatssekretärin a.D., Professorin für Philosophie an der Universität Tübingen, Senior Fellow am Zentrum Liberale Moderne  

Thomas Biebricher, Professor für Politische Theorie, Ideengeschichte und Theorien der Ökonomie an der Goethe-Universität Frankfurt am Main 

Ekkehard Köhler, Professor für Wirtschaftsdidaktik und sozioökonomische Bildung an der Universität Siegen 

 Moderation: tba.

14:45  – 15:45   | 2. Podium: Kapitalismus und Demokratie in Transformationsgesellschaften Mittel- und Osteuropas  

Mart Laar, Ministerpräsident der Republik Estland a. D. 

Jarosław Kuisz, Senior Fellow Zentrum Liberale Moderne  

Ewa Atanassow, Professorin für politische Theorie am Bard College Berlin 

Alina Mungiu-Pippidi, Professor für Comparative Public Policy an der LUISS Guido Carli 

Moderation: Philipp Fritz, Korrespondent WELT Ostmitteleuropa

15:45 – 16:15     | Kaffeepause   

16:15  – 17:15   | 3. Podium: Die Politik oder die Märkte – Wer gestaltet den Kapitalismus?

Tim Krieger, Professor für Ordnungs- und Wettbewerbspolitik an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg 

Ralph Brinkhaus, Mitglied des Deutschen Bundestages, CDU/CSU  

Katharina Beck, Mitglied des Deutschen Bundestages, Bündnis90/ Die Grünen

Moderation: tba. 

17:15  – 17:30  | Abschlussworte

tba.

Ende der Konferenz
 

Anschlussveranstaltung außerhalb des Vordenker-Projekts  

17:45  – 18:15   | Verleihung des Essaypreises „Wirtschaft und Demokratie 2026“   

18:15                   | Ende und Ausklang mit kleinem Empfang